Gruppen- und Gesprächsregeln

1. Gruppenregeln

 

Freiwilligkeit, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung sind die grundlegenden Prinzipien der Selbsthilfegruppen(SHG)-Arbeit.  

 

Freiwilligkeit: Die Teilnahme an einer SHG ist ein freiwilliger eigenverantwortlicher Entschluss.

 

Gleichberechtigung/gleiche Verantwortung: Wir sind alle gleichberechtigt. Inhaltliche und organisatorische Aufgaben werden von allen Gruppenmitgliedern eigenverantwortlich erledigt.

 

Selbstbestimmung: Die Gruppe bestimmt ihre eigenen Ziele und Arbeitsweisen.

 

Verbindlichkeit: Die regelmäßige Teilnahme an unseren Treffen ist sehr wichtig, da sich erst im Laufe der Zeit die eigenen Konflikte und Bewältigungsmöglichkeiten deutlich abzeichnen. Wenn jemand nicht teilnehmen kann, dann sollte er es vorher mitteilen, damit die Gruppe nicht unnötig wartet.

 

Pünktlichkeit: Pünktlicher Beginn und pünktliches Ende sind für den Gruppenprozess sehr wichtig. Das gilt auch dann, wenn noch nicht alle da sind oder wenn ein Thema noch weiter zu besprechen wäre.

 

Entscheidungsfindung: Entscheidungen sollen in der Gruppe möglichst demokratisch getroffen werden. Nicht der/die Gruppenleitung bestimmt ein Thema, sondern die Gruppe entscheidet durch Abstimmung.

 

Umgang mit neuen Gruppenmitgliedern: Neue Mitglieder sind willkommen. Zu Beginn unserer Treffen wird Ihnen Gelegenheit gegeben sich vorzustellen.

 

Verlassen der Gruppe: Wenn jemand aus der Gruppe ausscheiden möchte, sollte er das nicht einfach durch Wegbleiben zeigen. Die Gründe für die Entscheidung sollten der Gruppe erläutert werden um Spekulationen über den Austritt vorzubeugen und um eventuelle Missverständnisse zu klären. Die Entscheidung eines Gruppenmitgliedes, nicht mehr teilnehmen zu wollen, sollte von allen akzeptiert werden.

 

 

2. Regeln für die Gruppendiskussion

 

Schweigepflicht: Alles was in der Gruppe geschieht, bleibt im Raum/in der Gruppe.

 

"Du" Anrede:  In der Gruppe sprechen wir uns mit „Du“ an.

 

Es kann immer nur einer sprechen: Ich höre anderen zu und unterbreche nicht. Seitengespräche stören die Gruppendiskussion und wirken unhöflich. Bemühen Sie sich das, was Sie dem Nachbarn sagen wollen, der Gruppe mitzuteilen.  

 

Störungen haben Vorrang: Wenn Du nicht wirklich teilnehmen kannst, weil Du z.B. gelangweilt, ärgerlich oder aus irgendeinem Grund unkonzentriert bist, dann unterbrich das Gespräch und teile dies der Gruppe mit. Solch eine Störung sollte immer angesprochen werden, da sie die gesamte Atmosphäre in der Gruppe belastet.

 

ICH statt MAN oder WIR: Benutzen Sie das Wort ICH. Sie übernehmen dadurch Verantwortung für Ihre Äußerungen. Sie lernen sich selber zu respektieren und ernst zu nehmen. Hinter den Worten DU, WIR, MAN kann sich jeder schnell verstecken. Keiner soll für andere sprechen, sondern jeder nur für sich und von sich.

 

Respekt, Achtung und Akzeptanz: Jeder Teilnehmer hat das Recht auf eigene Gedanken und Gefühle. Andere Meinungen und Entscheidungen sollen respektiert werden. Es ist unwichtig warum sich jemand so fühlt oder verhält, wichtig ist, nicht darüber zu diskutieren und dem anderen seine Freiheit zu lassen. Hören Sie zu und geben Sie dadurch dem Anderen das Gefühl, dass Sie ihn ernst nehmen, so wie Sie auch ernst genommen werden wollen.